Auf dem Mutterpass steht zum Beispiel 20+3, während Familie und Freunde vom sechsten Schwangerschaftsmonat sprechen. Beides kann richtig sein, denn Schwangerschaftswochen und Monate werden unterschiedlich gezählt. Ich zeige dir die genaue Zuordnung, erkläre die Schreibweise und sage, warum der errechnete Geburtstermin nur eine Orientierung ist.
Die wichtigsten Fakten auf einen Blick
- 40 Schwangerschaftswochen entsprechen in der üblichen Einteilung zehn Schwangerschaftsmonaten.
- Die 1. bis 4. SSW gehören zum ersten, die 37. bis 40. SSW zum zehnten Monat.
- Die Berechnung beginnt mit dem ersten Tag der letzten Periode, nicht mit der Befruchtung.
- Bei einer Angabe wie 20+3 sind 20 Wochen und 3 Tage abgeschlossen. Das ist der dritte Tag der 21. SSW.
- Der Schwangerschaftsmonat ist eine grobe Orientierung. Für Untersuchungen zählt die genaue SSW.

Welche SSW gehört zu welchem Schwangerschaftsmonat?
Die praktische Zuordnung ist einfach, weil jeder Schwangerschaftsmonat mit vier Schwangerschaftswochen gerechnet wird. Das ergibt insgesamt zehn sogenannte Mondmonate mit jeweils 28 Tagen.
| Schwangerschaftsmonat | Schwangerschaftswochen | Typische Einordnung |
|---|---|---|
| 1. Monat | 1. bis 4. SSW | Frühe Schwangerschaft |
| 2. Monat | 5. bis 8. SSW | Schwangerschaft wird meist bestätigt |
| 3. Monat | 9. bis 12. SSW | Ende des ersten Trimenons |
| 4. Monat | 13. bis 16. SSW | Beginn des zweiten Trimenons |
| 5. Monat | 17. bis 20. SSW | Erste Kindsbewegungen sind möglich |
| 6. Monat | 21. bis 24. SSW | Bauch und Baby wachsen deutlich |
| 7. Monat | 25. bis 28. SSW | Übergang zum letzten Trimenon |
| 8. Monat | 29. bis 32. SSW | Vorbereitung auf die Geburt beginnt |
| 9. Monat | 33. bis 36. SSW | Letzte Wochen vor dem errechneten Termin |
| 10. Monat | 37. bis 40. SSW | Geburt kann jederzeit beginnen |
Die Tabelle hilft besonders im Alltag, wenn jemand wissen möchte, in welchem Monat du bist. Für medizinische Angaben bleibt aber die exakte Schwangerschaftswoche mit Tagen entscheidend.
Warum die Schwangerschaft zehn Monate dauert
Im Alltag sprechen viele Menschen von neun Monaten Schwangerschaft. Medizinisch wird jedoch meist mit 40 Wochen beziehungsweise 280 Tagen gerechnet. Das sind zehn Monate mit jeweils 28 Tagen und nicht zehn normale Kalendermonate.
Der Grund für die scheinbare Ungenauigkeit liegt im Startpunkt. Die Schwangerschaft zählt ab dem ersten Tag der letzten Monatsblutung. Die Befruchtung findet normalerweise erst ungefähr zwei Wochen später statt. Rein biologisch ist das Baby deshalb oft jünger, als die angegebene SSW vermuten lässt.
Ich finde die Unterscheidung vor allem deshalb wichtig, weil sie viele Missverständnisse verhindert. Wer etwa zwei Wochen nach dem Eisprung schwanger geworden ist, ist nach medizinischer Zählweise trotzdem bereits ungefähr in der vierten SSW.
So liest du Angaben wie 20+3 richtig
Die Schreibweise im Mutterpass besteht aus vollendeten Wochen und zusätzlichen Tagen. Bei 20+3 sind also 20 Wochen und drei Tage vergangen. Du befindest dich damit am dritten Tag der 21. Schwangerschaftswoche.
- 20+0 bedeutet Beginn der 21. SSW.
- 20+6 bedeutet der letzte Tag der 21. SSW.
- 21+0 ist der Beginn der 22. SSW.
Genau hier entsteht oft die Verwirrung zwischen Kalenderangabe und ärztlicher Schreibweise. Nach der Tabelle liegt 20+3 bereits im sechsten Schwangerschaftsmonat, weil die 21. SSW begonnen hat.
Wenn du selbst rechnest, solltest du deshalb immer prüfen, ob eine App die abgeschlossenen Wochen oder die aktuell laufende SSW anzeigt. Für Arzttermine und Untersuchungen ist die Angabe im Mutterpass maßgeblich.
Wie die Schwangerschaftswoche berechnet und korrigiert wird
Ausgangspunkt ist normalerweise der erste Tag der letzten Periode. Bei einem regelmäßigen 28-Tage-Zyklus lässt sich daraus der voraussichtliche Geburtstermin berechnen. Ein längerer oder kürzerer Zyklus kann die erste Rechnung jedoch verschieben.
In der frühen Schwangerschaft wird die Datierung häufig per Ultraschall überprüft. Bis ungefähr zum Ende des ersten Trimenons entwickeln sich Embryonen relativ vergleichbar, sodass die Scheitel-Steiß-Länge, also die Länge vom Kopf bis zum Po, eine gute Orientierung geben kann.
Weicht die ursprüngliche Berechnung deutlich vom Ultraschall ab, kann die Ärztin oder der Arzt den Geburtstermin anpassen. Danach sollte man sich an der korrigierten SSW orientieren und nicht ständig zwischen verschiedenen Rechnern wechseln.
Das gilt auch, wenn du den Tag der Befruchtung ziemlich genau kennst. Dieser Wert kann hilfreich sein, ersetzt aber nicht automatisch die medizinische Berechnung. Gerade bei unregelmäßigen Zyklen ist eine eigene Rechnung nur eine grobe Näherung.
Was Monatsangaben für Trimester und Geburt bedeuten
Zusätzlich zu Monaten und Wochen wird die Schwangerschaft in drei Trimester eingeteilt. Das erste Trimenon umfasst ungefähr die 1. bis 13. SSW, das zweite die 14. bis 26. SSW und das letzte etwa die 27. bis 40. SSW. Je nach medizinischer Quelle können die Grenzen leicht unterschiedlich angegeben werden.
Der Schwangerschaftsmonat eignet sich gut für Gespräche und eine grobe Orientierung. Bei Vorsorgeuntersuchungen, der Beurteilung der kindlichen Entwicklung oder der Planung der Geburt zählt dagegen die genaue Angabe wie 32+4.
Auch der errechnete Geburtstermin ist kein festes Datum. Nur wenige Kinder kommen genau an diesem Tag zur Welt. Die Geburt kann früher oder später beginnen, ohne dass das automatisch auf ein Problem hindeutet. Bei Beschwerden, Blutungen, starken Schmerzen oder deutlich weniger Kindsbewegungen solltest du trotzdem unabhängig von der SSW medizinischen Rat einholen.
Die einfache Merkregel für die nächsten Wochen
Für eine schnelle Orientierung kannst du dir merken: Je vier Schwangerschaftswochen ergeben einen Schwangerschaftsmonat. SSW 1 bis 4 ist der erste Monat, SSW 5 bis 8 der zweite und so weiter bis zur 40. SSW.
Wenn du eine Angabe mit Pluszeichen siehst, rechne nicht nur die Zahl vor dem Plus. Bei 20+3 läuft bereits die 21. SSW. Diese kleine Regel macht die Umrechnung im Alltag deutlich zuverlässiger und verhindert, dass du dich durch unterschiedliche Darstellungen in Apps, Kalendern oder im Gespräch mit anderen verunsichern lässt.