Wenn im Spätsommer mehr Pflaumen reif werden, als auf einmal gegessen werden können, ist Einkochen die einfachste Rettung. Pflaumen einkochen wie Oma gelingt mit wenigen Zutaten, sauberen Gläsern und etwas Geduld. Ich zeige dir ein klassisches Grundrezept, die passenden Zeiten und die Fehler, durch die das Kompott später wässrig oder ungenießbar werden kann.
Mit diesen Grundregeln gelingen aromatische Pflaumen im Glas
- Reife Früchte verwenden, die fest und frei von Druckstellen sind.
- Für ein klassisches Kompott reicht ein Zuckersirup aus Wasser und Zucker.
- Die gefüllten Gläser bei 90 °C etwa 30 Minuten einkochen.
- Zwetschgen und Pflaumen lassen sich nach derselben Methode haltbar machen.
- Gläser nach dem Abkühlen auf einen festen Vakuumverschluss prüfen.

Welche Pflaumen sich zum Einkochen eignen
Am besten schmecken eingekochte Früchte, wenn sie vollreif, aber noch formstabil sind. Sehr harte Pflaumen entwickeln im Glas weniger Aroma, während überreife Früchte schnell zerfallen. Kleine Druckstellen schneide ich großzügig weg, angeschimmelte oder gärende Früchte gehören dagegen nicht in den Topf.
Auch Zwetschgen, Mirabellen und Renekloden kannst du auf diese Weise verarbeiten. Zwetschgen bleiben meist etwas besser in Form und haben ein würzigeres Aroma, während saftige Pflaumen ein weicheres, süßeres Kompott ergeben. Entscheidend ist weniger die Sorte als der Reifegrad.
Gläser und Deckel vorbereiten
Verwende nur Gläser ohne Sprünge und kontrolliere Gummiringe, Klammern oder Schraubdeckel sorgfältig. Die Gläser spülst du heiß aus und lässt sie bis zum Befüllen möglichst warm stehen. Sauberkeit ist hier keine Nebensache, denn kleine Rückstände am Rand können verhindern, dass das Glas dicht schließt.
Das klassische Rezept für eingekochte Pflaumen
Die folgende Menge reicht ungefähr für vier Gläser mit je 750 Millilitern. Je nach Größe der Früchte und wie eng du sie schichtest, kann etwas Sirup übrig bleiben.
- 1,5 kg Pflaumen oder Zwetschgen
- 1,5 l Wasser
- 300 bis 500 g Zucker
- optional 1 Zimtstange oder 2 Gewürznelken
Für weniger süße Pflaumen reichen 300 g Zucker. Die größere Menge passt eher zu sehr sauren Früchten oder wenn das Kompott später als Dessert serviert werden soll. Ich würde mit 350 g Zucker beginnen, denn nachsüßen lässt sich das fertige Kompott beim Servieren immer noch.
So wird der Sirup gekocht
Wasser und Zucker in einem Topf erhitzen und rühren, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Der Sirup muss nicht lange sprudelnd kochen. Sobald er klar ist, kannst du den Topf vom Herd nehmen und nach Wunsch Zimt oder Nelken kurz darin ziehen lassen.
Die Pflaumen wäschst du, halbierst sie und entfernst die Steine. Anschließend füllst du sie mit der Schnittfläche nach unten in die warmen Gläser. Zwischen Früchten und Glasrand sollten etwa 1 bis 2 cm Abstand bleiben, damit beim Erhitzen nichts überläuft.
Pflaumen im Wasserbad Schritt für Schritt einkochen
- Die gefüllten Gläser mit dem noch warmen Sirup übergießen, bis die Früchte bedeckt sind.
- Die Glasränder sorgfältig mit einem sauberen, feuchten Tuch abwischen.
- Gläser verschließen und in den Einkochtopf stellen.
- So viel warmes Wasser einfüllen, dass die Gläser mindestens bis knapp unter den Deckel im Wasser stehen.
- Das Wasser auf 90 °C erhitzen und die Pflaumen ungefähr 30 Minuten einkochen.
- Die Gläser vorsichtig herausheben und vollständig abkühlen lassen.
Die Einkochzeit zählt erst, wenn die gewünschte Temperatur erreicht ist. Ein Einkochautomat hält die Hitze am zuverlässigsten. Im normalen Kochtopf funktioniert es ebenfalls, allerdings solltest du die Temperatur mit einem Thermometer kontrollieren und darauf achten, dass das Wasser nur leicht köchelt.
Nach dem Abkühlen prüfst du jedes Glas. Bei Weckgläsern darf sich der Deckel nicht anheben lassen. Bei Schraubgläsern sollte der Deckel nach innen gewölbt sein und beim Öffnen hörbar nachgeben. Lockere Deckel, Bläschen, Schimmel oder gäriger Geruch sind Gründe, den Inhalt vollständig zu entsorgen.
Alternative im Backofen
Wenn kein Einkochtopf vorhanden ist, kannst du die Gläser in eine tiefe Fettpfanne stellen und diese mit heißem Wasser füllen. Bei etwa 175 °C Ober- und Unterhitze werden die Gläser erhitzt, bis im Inneren der Gläser kleine Bläschen aufsteigen. Danach schaltest du den Backofen aus und lässt die Gläser noch ungefähr 30 Minuten darin stehen.
Diese Methode ist weniger exakt, weil Backöfen die Temperatur nicht direkt im Glas messen. Für regelmäßiges Einkochen ist ein Wasserbad deshalb die bessere Wahl. Außerdem dürfen sich die Gläser im Ofen nicht berühren, sonst können sie durch den Temperaturunterschied springen.
Wie viel Zucker wirklich nötig ist
Zucker sorgt für Süße und bindet einen Teil des verfügbaren Wassers. Er ist bei eingekochten Pflaumen aber nicht der einzige Faktor für die Haltbarkeit. Entscheidend sind saubere Gläser, eine ausreichende Erhitzung und ein dichter Verschluss.
| Variante | Zuckermenge pro Liter Wasser | Geeignet für |
|---|---|---|
| Leicht gesüßt | 150 bis 200 g | reife, süße Pflaumen und Kindergerichte |
| Klassisch | 250 bis 350 g | Kompott als Dessert oder Beilage |
| Sehr süß | 400 bis 500 g | saure Früchte und kräftiger Vorrat |
Du kannst die Früchte auch nur mit Wasser einkochen. Dann schmecken sie ursprünglicher, sind aber weniger süß und oft etwas empfindlicher in der Qualität. Ich würde in diesem Fall besonders sorgfältig arbeiten und die Gläser innerhalb eines Jahres aufbrauchen.
Diese Fehler machen das Kompott schnell schlechter
Zu weiche Früchte verwenden
Überreife Pflaumen zerfallen bereits beim Einfüllen oder während des Einkochens. Für Mus ist das kein Problem, für Kompott schon. Wenn die Früchte sehr weich sind, verarbeitest du sie besser direkt zu Pflaumenmus oder einer Sauce.
Die Gläser zu voll machen
Ein bis zwei Zentimeter Rand wirken zunächst großzügig, sind aber nötig. Beim Erhitzen dehnen sich Flüssigkeit und Frucht aus. Fehlt der Freiraum, läuft Sirup unter den Deckel und der Verschluss wird unsicher.
Heiße Gläser auf eine kalte Fläche stellen
Stelle die fertigen Gläser auf ein Holzbrett oder ein gefaltetes Handtuch, nicht direkt auf eine kalte Steinplatte. Der abrupte Temperaturwechsel kann das Glas beschädigen. Während des Abkühlens solltest du die Gläser nicht bewegen oder nachträglich festziehen.
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Unsichere Gläser trotzdem probieren
Ein Glas mit gewölbtem Deckel, ungewöhnlichem Druck, Schimmel oder gärigem Geruch wird nicht durch Aufkochen wieder zuverlässig. Solche Vorräte gehören geschlossen in den Abfall. Bei unauffälligen Gläsern entfernst du vor dem Verzehr den Deckel und prüfst Geruch und Aussehen.
So verwendest du die eingekochten Früchte später
Das Kompott passt klassisch zu Milchreis, Grießbrei, Kaiserschmarrn und Vanilleeis. Auch zu Hefeklößen oder Kartoffelpuffern bringen die Pflaumen eine fruchtige Säure, die schwere Gerichte ausgleicht. Den Sirup kannst du mitverwenden, wenn du Desserts oder eine Sauce verfeinerst.
Für Kuchen lässt du die Pflaumen zuerst in einem Sieb abtropfen. Sonst wird der Teig schnell zu feucht. Besonders praktisch sind kleine Gläser mit 250 bis 500 Millilitern, wenn du nur eine Portion für einen Nachtisch öffnen möchtest.
Lagere die abgekühlten Gläser dunkel, trocken und möglichst kühl. Ein Keller oder ein Vorratsschrank ist besser als ein heller Platz am Fenster. Beschrifte jedes Glas mit Inhalt und Monat, damit du ältere Vorräte zuerst verbrauchst.
Der kleine Vorrat, der nach Spätsommer schmeckt
Für den typischen Geschmack wie bei Oma braucht es keine lange Zutatenliste. Gute Früchte, ein milder Sirup, 90 °C und rund 30 Minuten Einkochzeit reichen für ein aromatisches Grundrezept.
Mein praktischer Rat ist, eine Hälfte klassisch zu süßen und die andere mit weniger Zucker und etwas Zimt einzukochen. So hast du später sowohl ein Dessertkompott als auch eine vielseitige Fruchtbeilage im Vorrat, ohne den natürlichen Geschmack der Pflaumen zu überdecken.